Kajillionaire
(Do 17.07. 21:45 Uhr, Sa 24.07. 21:45)

USA 2020, 104 Min, DCP, FSK: ab 0, Regie: MIRANDA JULY
Buch: Miranda July, Kamera: Sebastian Winter, Musik: Emile Mosseri
Mit: Evan Rachel Wood, Debra Winger, Gina Rodriguez, Richard Jenkins u.a.

Es ist eine seltsame Truppe, die man hier kennenlernt. Finstere Mienen, zu große Klamotten, Haare unberührt von Menschenhand stehen drei Personen an einer Bushaltestelle in Los Angeles, wie alle, die zu wenig Geld haben. Die Bushaltestelle allerdings ist Tarnung. Ziel ist die dahinterliegende Post, dort räumen sie, mit ausgeklügeltem Zeitplan, ein Postfach unauffällig aus. Die Beute: ein Kuscheltier und eine Krawatte.

Viel Aufwand, wenig Erfolg – das wird das Merkmal dieses Trios bleiben, das sich als Familie von Trickbetrügern entpuppt. Alles machen diese Drei zusammen. Sie klauen, wo man klauen kann, sie fälschen Schecks mit geringen Beträgen, sie legen diejenigen rein, die auch kaum Geld haben, aber mehr Gutgläubigkeit. Wobei es immer Old Dolio ist, die Tochter, die jedes Mal losziehen muss, um die riskanten oder demütigenden Betrügereien durchzuführen. Das fällt ihr schwer, denn sie hat Mitgefühl – aber sie gehorcht, den Eltern gern zu Willen.

Seit ihrer Geburt haben die Eltern sie darauf trainiert, zu betrügen, wo es nur geht. Als sie jedoch für einen komplizierten Raub die junge Latina Melanie anheuern, gerät der Alltag durcheinander. Besonders Old Dolio muss sich die Frage stellen, was es heißt, eine Familie zu haben. Dank des verspielten Esprits von Melanie sehnt sich die junge Frau nach einem traditionellen Familienbild, anders also, als es ihre Eltern ihr ein Leben lang diktiert haben.

Kajillionaire“ ist seltsam, schrullig und ungemein liebenswert. Ein abenteuerlustiger Film, dessen alberne Momente ebenso ins Herz treffen wie die ernsten. (nach: sz, kino.de)

 

‚Kajillion‘ kommt nicht, wie man es vermuten könnte, nach Millionen, Billionen etc. Der amerikanische Slang-Ausdruck steht einfach für eine nicht näher spezifizierte Summe.